Multiple Sklerose ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Der Verlauf kann langsam oder schnell sein, mit Schüben oder stetigem Fortschreiten. Manche Menschen sind über Jahre selbstständig, andere benötigen früh Hilfe im Alltag.

Ich begleite Familien, in denen MS über Jahre das Leben prägt. Was mir wichtig ist: Die Betreuung muss zur Situation passen. Und zur Person.

MS ist nicht gleich MS

Ich erinnere mich an Renate. Sie lebt seit über zehn Jahren mit MS, ist nicht mehr mobil, sitzt im Rollstuhl. Lange Zeit kamen Betreuungspersonen von anderen Agenturen, die mit der Erkrankung überfordert waren. Sie hatten nicht ausreichend Erfahrungen mit der Krankheit, wussten nicht, worauf zu achten ist, und konnten Renate nicht richtig helfen. Das war eine zusätzliche Belastung für Renates Mann Franz. Er musste oft von der Arbeit heimfahren, um einzuspringen – und hätte deswegen beinahe seinen Job verloren.

Einmal stürzte Renate, die Betreuungsperson konnte sie nicht aufheben. So etwas darf nicht passieren.

Was gute Betreuung ausmacht

Bei MS geht es oft nicht um Pflege im engeren Sinn, sondern um verlässliche Hilfe im Alltag:
Anziehen, Körperpflege, Position wechseln, Essen zubereiten, Begleitung zu Terminen.

Betreuungspersonen müssen wissen, wie man mit jemandem im Rollstuhl umgeht. Sie brauchen Geduld, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, nicht nervös zu werden, wenn Bewegungen eingeschränkt oder langsam sind.

Ich achte darauf, dass die Betreuungspersonen aus unserem Team vorbereitet sind. Sie müssen genau wissen, worauf es bei dieser konkreten Person ankommt, und sie müssen in der Lage sein, jede Situation zu bewältigen, die durch MS entstehen kann.

Zusammenarbeit mit Angehörigen

In vielen von MS betroffenen Familien übernehmen Partnerinnen und Partner viel – sogar zuviel, oft über Jahre. Die Betreuung zuhause soll sie nicht ersetzen, aber entlasten. Soll den Alltag leichter machen.
Das gelingt dann gut, wenn wir gemeinsam planen: Wer übernimmt was? Wann braucht es Unterstützung? Was ist realistisch? So wie wir es bei Renate und Franz getan haben, zum Glück so erfolgreich, dass Franz mit gutem Gewissen seiner Arbeit nachgehen kann. Und sich darauf freut, abends wieder nach Hause zu seiner Frau zu kommen.

Über mich

Ich bin Daniela Steinbrugger. Ich begleite Familien mit MS, manchmal über Jahre hinweg.
Ich kenne die Stolpersteine im Alltag. Ich weiß, wie viel ein verlässlicher Mensch im Haus ausmachen kann. Wenn Sie überlegen, ob Betreuung zuhause möglich ist, wenn Sie Unterstützung brauchen: Rufen Sie mich an.