Es geht schneller als gedacht: Eben war Ihre Mutter, Ihr Vater oder eine andere nahestehende Person noch im Krankenhaus – und plötzlich steht die Entlassung bevor. Und eine 24-Stunden-Pflege ist nötig. Jetzt heißt es: Betreuung organisieren, und zwar schnell. Ich erkläre Ihnen, was in dieser Situation wichtig ist und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen sollten.

Ruhe bewahren – Sie haben mehr Zeit als Sie denken

Ich weiß: In einer solchen Stress-Situation steht man unter großem Druck. Das Krankenhaus drängt auf Entlassung, Sie fühlen sich überfordert, und alles muss plötzlich sehr schnell gehen.

Aber: Sie haben mehr Zeit, als Sie im ersten Moment denken. Wenn Sie dem Entlassungsmanagement sagen, dass Sie bereits mit einer Agentur in Kontakt sind und einen konkreten Starttermin haben, dann wird das Krankenhaus die Entlassung entsprechend planen.

Das Wichtigste ist: Überstürzen Sie nichts. Eine falsche Entscheidung jetzt kann später zu großen Problemen führen.

Der erste Schritt: Mit dem Entlassungsmanagement sprechen

Sobald Sie wissen, dass Pflege zu Hause nötig sein wird, sollten Sie folgendes tun:

Sprechen Sie mit dem Entlassungsmanagement im Krankenhaus. Sagen Sie klar: „Ich bin mit einer Agentur in Kontakt. Wir können an diesem Datum starten.“ Was heißt das konkret? Angenommen, heute ist Dienstag, Sie rufen heute bei mir an und wir können uns noch heute treffen (ja, in vielen Fällen schaffe ich das so kurzfristig), dann können wir realistisch nächste Woche Dienstag starten.

Das Entlassungsmanagement wird die Entlassung dann auf diesen Termin legen. Das funktioniert in den meisten Fällen gut. Wichtig ist, dass Sie frühzeitig kommunizieren! Wenn Sie erst zwei Tage vor der angekündigten Entlassung im Krankenhaus vorsprechen, werden sich alle sehr viel schwerer tun.

Wir rufen zusätzlich im Krankenhaus an. Wenn wir bei PflegeAustria einen Auftrag übernehmen, ruft unsere diplomierte Pflegekraft am selben oder spätestens am nächsten Tag im Krankenhaus an und bestätigt den Starttermin. So weiß das Krankenhaus: Es ist alles professionell organisiert, es läuft.

Das nimmt Ihnen viel Druck – nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional. Sie müssen nicht alles allein regeln.

Eine Agentur finden – worauf Sie achten sollten

Der entscheidende Teil ist natürlich die Wahl der richtigen 24-Stunden-Pflege-Agentur. Unter Zeitdruck neigt man dazu, das erstbeste Angebot anzunehmen. Aber nehmen Sie sich die Zeit für ein gutes Gespräch.

Die 12 wichtigsten Fragen für das erste Telefonat

Ich habe für Sie eine Checkliste zusammengestellt: 12 Fragen, die Sie beim ersten Gespräch mit einer Agentur stellen sollten. Diese Fragen helfen Ihnen, innerhalb weniger Minuten zu erkennen, ob eine Agentur seriös ist – oder ob Sie besser weitersuchen sollten.

Hier finden Sie die 12 Fragen mit ausführlichen Erklärungen

Die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Wie erreichbar ist die Agentur?
  • Kommt jemand von der Agentur mit, wenn die Betreuungskraft das erste Mal kommt?
  • Sind alle Kosten transparent – inklusive Sozialversicherung?
  • Wer übernimmt die Einschulung?
  • Was passiert, wenn die Betreuungskraft einmal ausfällt?

Wie schnell kann es wirklich losgehen?

Die ehrliche Antwort: Rechnen Sie mit etwa einer Woche.

Wenn Sie heute im Krankenhaus erfahren, dass eine 24-Stunden-Betreuung nötig ist, brauchen wir Zeit für ein persönliches Gespräch, alles Formale, die Auswahl einer passenden Betreuungskraft und die Organisation der Anreise. Das schaffen wir in den allermeisten Fällen binnen einer Woche.

Manchmal geht es schneller, planbar ist das jedoch nicht. Deswegen versprechen wir es Ihnen auch nicht. Versprechen wie „Binnen 24 Stunden ist jemand da“ sind in der Praxis nicht realistisch.

Was tun, wenn die Entlassung vor dem Betreuungsstart ist?

Manchmal drängt das Krankenhaus trotzdem auf eine frühere Entlassung. Das kommt vor – besonders, wenn man Ihnen schon vor eineinhalb Wochen gesagt hat, dass Pflege nötig sein wird.

In solchen Fällen müssen Sie klar kommunizieren. Erklären Sie, dass die Betreuung an genau dem vereinbarten Datum startet und dass eine frühere Entlassung nicht möglich ist. In den meisten Fällen lässt sich das klären.

Wenn es wirklich nicht anders geht, gibt es Überbrückungslösungen, die wir für Sie und gemeinsam mit Ihnen organisieren. Sie müssen auch das nicht allein schaffen!

Über mich

Ich heiße Daniela Steinbrugger. Ich weiß, wie belastend diese Situation ist. Viele Familien rufen bei uns an, wenn sie gerade im Krankenhaus die Nachricht bekommen haben: Es braucht Pflege zu Hause.

Mein Ziel ist es, Ihnen den Druck zu nehmen. Sie müssen nicht alles sofort wissen. Sie müssen nicht alles allein regeln. Rufen Sie mich an – und wir gehen dies gemeinsam Schritt für Schritt durch.