In diesem Beitrag erzähle ich von Situationen, wie ich sie in meiner Arbeit erlebt habe. Es sind echte Geschichten – die Namen und Details habe ich natürlich geändert, der Inhalt ist aber authentisch.
Renate und Franz: Leben mit MS
Renate ist 61, sie hat MS. Ihr Mann Franz kümmert sich seit Jahren um sie. Zuerst allein, dann mit Hilfe einer Agentur, bei der vieles nicht geklappt hat: falsche Betreuung, keine Schulung, Sturz im Badezimmer. Einmal musste sogar die Rettung kommen.
Franz war völlig überfordert. Er stand kurz davor, seinen Job zu verlieren, weil er ständig zu Hause bleiben oder auf Abruf sein musste. Als ich dazugekommen bin, haben wir zuerst alles analysiert und durchbesprochen, was nicht funktioniert hat. Dann haben wir gemeinsam einen neuen Weg gesucht – mit einer Betreuungskraft, die spezielle Erfahrung mit neurologischen Erkrankungen hat.
Heute begleiten wir die beiden seit über drei Jahren. Ich bin froh, dass die Situation so stabil geworden ist, dass sich Renate auf ihre Pflege verlassen kann – und dass Franz seinen Job behalten konnte.
Kurt: Kein Plan für die Zeit nach dem Schlaganfall
Kurt war 65, Andrea 63, die beiden führten ein angenehmes Leben im Ruhestand und freuten sich auf die kommenden Jahre. Als Andrea einen Schlaganfall hatte, war Kurt schockiert, überfordert, hilflos – und ganz plötzlich auf sich allein gestellt. Im Krankenhaus hieß es: Entlassung in drei Tagen. Nur – wohin? Und wer hilft?
Zum Glück meldete sich Kurt bei uns. Wir konnten die Entlassung aus dem Krankenhaus verschieben, mit der Station sprechen und die ersten Tage überbrücken. Ich habe alles vorbereitet, damit Andreas Pflege zu Hause funktioniert. Später hat Kurt gesagt: In diesen ersten Tagen wäre ich ohne euch komplett aufgeschmissen gewesen!”
Natürlich gehen wir an unsere Arbeit professionell heran. Aber echte Dankbarkeit und Wertschätzung der Familien zu spüren, für die wir arbeiten, macht uns stolz und glücklich.
Walter: misstrauisch, enttäuscht, überfordert
Walter war 74, lebte seit Jahren alleine, die Tochter war in die USA ausgewandert. Plötzlich war er völlig auf sich allein gestellt – denn die Pflegerin, die ihm eine andere Agentur vermittelt hatte, war nicht für ihn da. Sie war unpünktlich, rauchte im Haus, bei der Agentur war niemand erreichbar. Walter hatte das Vertrauen verloren. Dann wendete er sich zum Glück an uns. Wir führten mehrere Gespräche, bis er irgendwann meinte: “Ich vertraue Ihnen. Kann ich mich wirklich auf Sie verlassen?“
Das kann er. Heute hat Walter eine Betreuungskraft, mit der er sich gut versteht. Sie betreut ihn “fast wie eine zweite Tochter”, lacht er manchmal.
Emma: gut vorbereitet nach Hause
Emma war nach einem Sturz und einem Knochenbruch noch im Krankenhaus, als ihre Tochter mich kontaktierte: “Ich fürchte, meine Mutter wird nach der Rückkehr aus dem Spital nicht mehr alleine leben können.”
Wir organisierten binnen weniger Tage eine passende Betreuerin, die wir gemeinsam mit Emmas Tochter schon in der Wohnung von Emma einschulen konnten. Als Emma nach Hause kam, war alles perfekt für sie vorbereitet.
Es war ein ruhiger Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Nach ein paar Wochen sagte die Tochter: „Ohne Sie hätten wir das nie geschafft. Sie haben uns nie etwas versprochen, was nicht stimmt.“
Anna: starke Tochter, schwierige Mutter
Anna ist 46, ihre Mutter lebt allein. Sie braucht Unterstützung – aber sie lehnt jede angebotene Unterstützung ab. Seit Jahren springt Anna ständig ein. Immer mit dem Gefühl: Es reicht nie, meine Mutter ist unzufrieden, ich bin nicht gut genug!
Es war ein Fall, in dem es nicht nur unsere Aufgabe war, die richtige Pflegeperson zu finden und dafür zu sorgen, dass die Betreuung perfekt läuft. Sondern es ging auch darum, der Mutter klar zu machen, dass es nicht die Aufgabe ihrer Tochter ist, jederzeit für ihre Mutter da zu sein. Dass es dafür Fachpersonal gibt, das ausgebildet ist. Und dass die Tochter das Recht auf ein eigenes Leben hat.
Es war nicht immer einfach, aber wir haben es geschafft. Heute ist Anna wieder mehr Tochter als Pflegekraft. Und ihre Mutter ist nicht nur wirklich gut betreut, sondern lässt das auch zu.
Über mich
Ich bin Daniela Steinbrugger. Ich habe viele Gespräche mit Menschen in schwierigen Situationen geführt – oft unter Zeitdruck, oft am Rande ihrer emotionalen Belastbarkeit. Ich höre zu, frage nach, beruhige, kläre auf. Sage ehrlich, was geht und was nicht. Wenn eine Lösung gelingt, freue ich mich mit – weil ich weiß, was es den Familien bedeutet. Wenn Sie überlegen, wie es bei Ihnen weitergehen kann, rufen Sie mich an. Ich bin da.

Ich heiße Daniela Steinbrugger und bin Ihre Ansprechpartnerin bei PflegeAustria. Ich begleite Familien in schwierigen Situationen, die oft plötzlich kommen und viel Unsicherheit mit sich bringen. Mein Ziel ist, Klarheit und Sicherheit zu schaffen – mit zuverlässigen Informationen, einer ehrlichen Einschätzung, Verantwortungsgefühl und Unterstützung.